Bärbel Hirschbichlers Himalaya-Karakorum-Hilfe
Die Deutsche Bärbel Hirschbichler – sie lebt am Königssee im Berchtesgadener Land - ist eine herausragende Allround-Alpinistin: 10. Grad im Fels, große Alpenwände im Winter, mehrere 8000er. Mit ihrer „Himalaya-Karakorum-Hilfe“ unterstützt sie in diesen Regionen Menschen, die unter härtesten Bedingungen leben müssen. Am 1. September wird sie beim Schlussabend des FILMFESTS ST. ANTON zu Gast sein. Live im Gespräch, dazu das Filmporträt „Eine Bergliebe“ von Julia Seidl. Vorab einige Antworten auf Fragen nach ihrem großen Engagement: Was ist derzeit das wichtigste Projekt Ihres caritativen Vereins?
Das zur Zeit Wichtigste ist ein Wohnheim für Dorfkinder, das in Skardu gebaut wird. Die Kinder können dort wohnen und werden verpflegt. Sie können dadurch bessere und höhere Schulen besuchen, die es nur in Skardu gibt, in den Dörfern endet die Ausbildung mit der 5. Klasse. Wer also eine bessere Ausbildung will, muss nach Skardu, wer aber dort keine Familie hat, hat keine Chance. Deshalb das Wohnheim. Ohne das hat ein Dorfkind kaum die Möglichkeit, eine höhere Schule zu besuchen.
Wenn jetzt jemand 20 € auf das Konto der Stiftung überweist – was genau geschieht damit?
Das Geld stecken wir in den Bau dieses Wohnheims!
Warum braucht es so dringend die Hilfe von außen?
Die Baltis leben von der Hand in den Mund. Die einzige Einnahmequelle, der Tourismus, bringt ihnen nicht viel, da sie nur als Träger engagiert werden, das große Geld machen andere! Deshalb auch die Gründung der Trekking-Agentur, damit zumindest ein wenig Geld in Baltistan bleibt. Deshalb das Wohnheim, damit die Jungen (Mädchen und Buben) in die Lage versetzt werden, ihre eigene Situation zu verbessern - ohne Geld und Bildung ist das kaum möglich. Meine Hilfe ist prinzipiell Hilfe zur Selbsthilfe. Der Staat Pakistan ist an Baltistan nicht interessiert, weil es dort nichts zu holen gibt, also wird auch nichts investiert.
Und warum gerade Himalaya-Karakorum?
Nach Pakistan kam ich anfänglich lediglich der Berge wegen, doch die Bergbewohner haben mich immer schon beeindruckt, nicht nur hier. Deshalb die Gründung des Vereins.
Es gibt immer wieder ernst zu nehmende Stimmen, die sagen, Entwicklungshilfe sei oft nicht das richtige Mittel...
Ich bin mir durchaus bewusst, dass Entwicklungshilfe nicht nur positiv ist und u.U. sogar mehr Nachteile als Vorteile hat. Mein wichtigstes Argument für ein Engagement - für mich persönlich - ist: ich liebe diese Menschen und ich habe lange genug gesehen, unter welchen Bedingungen sie leben müssen. Deshalb kann ich gar nicht anders als zu versuchen, dieses Leben zumindest ein wenig zu erleichtern.
Weitere Informationen unter www.himalaya-karakorum-hilfe.com.
filmfest - 11. Aug, 00:00
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