Samstag, 28. August 2010

Preisträger 2010: "Purity" und "Asgard Jamming"

preistraeger2010

Der diesjährige St. Anton-Spezialpreis geht zu gleichen Teilen an Matthias Helldoppler, Marc Deiser und Simon Rainer für ihren Film "Purity" sowie an Sean Villanueva für seinen Film "Asgard Jamming. Gestiftet wurde der mit 2.600 Euro dotierte Preis von den Arlberger Bergbahnen.

Purity handelt von Sport als Leidenschaft. Der Film geht der Frage nach, warum sich Menschen den Mühen sportlicher Hochleistung unterziehen, ohne sichtbar etwas dafür zu bekommen. In einer Collage von Interviews und sehr poetisch in Szene gesetzten Bildern vom Skifahren, Laufen, Segelfliegen und Windsurfen rückt der Film die Persönlichkeit der Sportler in den Mittelpunkt und stellt die sportliche Leistung differenziert dar als etwas, was mit einer Einstellung, mit einer Lebensform zu tun hat und was seinen Wert in sich selbst hat.

Purity ist im Ganzen und im Detail ein durchdachter Film, in dem bewegtes Bild, Wort und Musik stimmig ineinander greifen. Er erzählt eine differenzierte Geschichte und er verfällt dabei nicht der Versuchung, diese Geschichte dem Spektakulären zu opfern.

Asgard Jamming ist eine Dokumentation über eine Gruppe vorwiegend belgischer Spitzenalpinisten, die auf Baffin Island, einer Insel westlich von Grönland, an einem Berg namens Asgard eine extrem schwierige Wand durchsteigen. Allein schon der Weg zum Berg ist eine Tortur. Ein Monat lang sind die Alpinisten mit dem Schleppen der Ausrüstung beschäftigt. Die vielen Tage danach in der Wand sind geprägt von schwierigster Kletterei, klimatisch rauen Verhältnissen, Gefahren, von Vorwärtskommen, Rückschlagen und letztendlichem Erfolg.

Der Film ist eine Dokumentation darüber, wie eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam auf eine Herausforderung einlässt, die gleich extrem ist wie an und für sich unnütz und wie die Gruppe an der Herausforderung wächst. Den Strapazen begegnen die Bergsteiger mit einem guten Schuss Ironie und dort, wo man, weil scheinbar gar nichts mehr geht, gemeinsam verzweifeln könnte, kann man auch gemeinsam lachen. Ein Film, der deutlich machen kann, was extreme Bergsteiger antreibt und wie viel es geben kann, Höhen und Tiefen in einem positiven Miteinander zu durchleben.

Beide Filme sind Low-Budget-Produktionen und zeigen, dass sich außergewöhnliche Filme auch mit geringen Budgets verwirklichen lassen.

Udpate: Den vom Mooserwirt gestifteten „Mooscar“ für den vom Publikum am besten bewerteten Film gewann Eduardo Gellner mit „Schachmatt – Die Rieglerbrothers“, eine Dokumentation über die Winterbegehung einer extremen Route an der Königsspitze durch die beiden Südtiroler Florian und Martin Riegler.

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